Starkschlinger

 

Hinweise zum Umgang mit starkschlingenden Pflanzen wie z. B. Blauregen, Knöterich oder Baumwürger.
Die Grundproblematik bei starkschlingenden Pflanzen liegt darin, dass durch das Dickenwachstum der Triebe, die das Seil umschlungen ha-ben, das Seil aus seinem geraden Verlauf ausgelenkt werden kann.
Dadurch können zusätzliche Zugkräfte auf die Abstandhalter entstehen.
Allgemein ist bei den Starkschlingern auch darauf zu achten, dass die Triebführung entlang baulicher Konstruktionen, z.B. Hausecken, Gelän-der, etc. in der Erziehungsphase der Pflanze mit ausreichend Abstand vorbeigeführt wird. Ansonsten kann es bei späterem Dickenwachstum der Pflanze zu Zwängungen kommen.

 

Schnitt und Pflege (am Beispiel Blauregen)
Starkschlinger benötigen mehrmals jährlich ein Kontrollgang bzw. ein Pflegerückschnitt, damit die Pflanze vom Grundtrieb her vital bleibt und nicht zu stark aufbaut. Die jährlichen Seitentriebe (Suchtriebe) sollten während der Vegetationsperiode auf ca. 10–20 cm Länge zurückgeschnitten werden. An diesen wird die Pflanze dann Knospen ausbilden und im folgenden Jahr blühen.

 

Bei Beachtung grundsätzlicher Hinweise werden Sie sehr lange Freude an Ihrer Begrünungsmassnahme haben.

 

  • Starkschlinger sollten nur dort eingesetzt werden, wo gewährleistet ist, dass eine Erziehungspflege bzw. später eine Dauerpflege durchgeführt werden kann (Zugänglichkeit mit Leiter oder Hebebühne).
  • Die zur Verfügung stehende Wandfläche sollte in etwa dem Wuchspotential der Pflanze entsprechen.
  • Bei Verwendung von Seilen nur Einzelseilführung verwenden.
  • Untersten Abstandhalter möglichst weit oben ansetzen (ca. 1,5–2 m).
  • Falls bei kleineren Wandflächen trotzdem eine starkschlingende Pflanze gewünscht ist, empfehlen wir folgendermassen vorzugehen:

 

1. Speziell bei kleineren Massnahmen - seitliches Anbinden.
Der aufgeleitete Grundtrieb der Pflanze wird während der Vegetations-periode ein- bis mehrmals vom vorher umschlungenen Seil abgewickelt. Dies muss rechtzeitig erfolgen, bevor die Verholzung zu stark eingesetzt hat und die Triebe beim Abwickeln brechen können.
Der abgewickelte Trieb wird dann mit einem elastischen Bindemittel (z.B. Bindeschlauch) in Abständen von ca. 1 m vor dem Seil angebunden (dies ist auch bei nachkommenden Grundtrieben wichtig). Dadurch ist gewährleistet, dass bei einsetzendem Dickenwachstum der Pflanze das Seil nicht eingeschlungen werden kann. Zusätzlich werden Zwängungen zwischen Pflanze und Wand vermieden. Bei Anstricharbeiten kann der Maler hinter dem Seil durcharbeiten. Bei Pflanzung von Blauregen sollte Ihr Kunde über den späteren Pflegeaufwand und das starke Pflanzen-wachstum informiert werden.

 

2. Abstandhalter unserer Serie 112.18 (patentiert).
Die Abstandhalter verfügen über eine integrierte Seilnachführung. Bei diesem System wird das Rankseil in Teilstücken eingebaut.
Jedes Seil-Teilstück hat je eine fixe und eine gleitende Befestigung mit Seilreserve. Dadurch kann bei Dickenwachstum der Pflanze das Seil von der gleitenden Befestigung her nachgeführt werden.
Bei Systemen die für die Gesamtlänge nur am unteren Seilende eine gleitende Befestigung oder Feder haben, kann dieses Lösungsprinzip schon nach wenigen Jahren nicht mehr ausreichen, da das Seil im
Holzkörper der Pflanze eingewachsen ist.

 

3. Einsatz von Rankrohren.
Als dritte Lösung besteht die Möglichkeit, Abstandhalter Serie 100.18 bzw. 112.18 mit Rankrohren zu kombinieren. Hier ist darauf zu achten, dass wegen der thermischen Dehnung der Rohre die Befestigung wie bei Seilen, jeweils mit Fix- und Gleitpunkten am Abstandhalter erfolgt.

starkschlinger

 

Während der Erziehungspflege Grundtriebe vom Seil abwickeln und vor dem Seil anbinden (hier Kombination mit Serie 100).

 

 

112 18

Abstandhalter Serie 112.18 mit integrierter Seilnachführung.